Künstlerischer Aspekt

Der Entwurf und die Gestaltung der Euro-Skulptur stammen von dem Konzeptkünstler Prof. Ottmar Hörl. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Zahl zwölf zu. Um die Euro-Skulptur herum sind zwölf Sterne angeordnet, die für die Staaten der Europäischen Währungsunion stehen. Anders als es auf den ersten Blick scheinen mag, hängt die Auswahl der Zahl zwölf nicht mit der Anzahl der Mitgliedstaaten zur Gründung der Europäischen Union zusammen. Zwölf steht hier vielmehr für Einheit, Vollkommenheit und letztendlich auch Perfektion. Nichtsdestotrotz wurde diese allgemein gewordene Auffassung zu einem wichtigen Aspekt bei der Gestaltung der Euro-Skulptur.

„Die Euroskulptur ist eine Auftragsarbeit. Ich habe versucht, dieses Hoheitszeichen so zu entwerfen, dass jeder Mensch – egal, welcher Bildungskategorie er angehört – erkennt aha, hier ist die europäische Zentralbank, das ist das Zeichen für Euro und die Sterne sind die Zeichen für Staaten der Europäischen Währungsunion. Eine einzige künstlerische Freiheit habe ich mir erlaubt, nämlich die Sterne ohne Einordnungsprinzip um das € zu gruppieren. Die Teilnehmerstaaten sind individuell und man wird sie vermutlich kaum so reglementieren können dass sie alle in eine Richtung laufen.“ (Zitat Prof. Ottmar Hörl aus seinem Buch „Rede an die Menschheit“ auf Seite 202.)

Die Tatsache, dass die Anordnung der Sterne für die Individualität der europäischen Staaten steht, ist eine wesentliche inhaltliche Komponente der Skulptur und charakteristisch für Ottmar Hörls künstlerische Haltung und Strategie im Umgang mit dem öffentlichen Raum. Er verwendet hier bewusst Motive die durch minimale Verrückung des Kontexts oder Neuschöpfung dann auf neue Weise erfahrbar werden. Der Künstler wird in diesem Prozess zum Impulsgeber. Er spürt gesellschaftliche Strukturen, komplexe Zusammenhänge und Widersprüche auf, reflektiert sie, um sie dann über das Werk als interpretationsoffene Fragestellung an die Gesellschaft erneut zurückzugeben.