Europa in die Herzen der Menschen bringen.

Rückblick

Denn das Herz Europas ist die Identität mit Europa.

Einführungsrede Jane Uhlig

Aber wie begann die Überzeugung für dieses Projekt: Die Idee wurde geboren mit der Auftragsarbeit von Herrn Prof. Pohl für den Zeitungsverlag DuMont Schauberg.

Ich selbst wirkte neben zwei weiteren Kollegen an diesem Buch mit und analysierte die Kölnische Zeitung, die eine anerkannte überregionale Zeitung war – auch im Ausland viel gelesen – im Vergleich zu anderen Zeitungen wie der Vossischen Zeitung, der Frankfurter Zeitung, dem Berliner Tageblatt und dem Westdeutschen Beobachter – ein Ableger des Völkischen Beobachters.

Ich analysierte journalistische Stilformen und Entwicklungen der Leserschaft und hielt alles in einem Analysebuch fest. Beginnend in der Weimarer Zeit und übergehend in die nationalsozialistische Diktatur.

Das für mich immer Spannende war die Entwicklung der Zeitung mit ihren Journalisten und Lesern von einer Demokratie in die Diktatur.

Zeitungsmacher, Journalisten, Leser merkten erst zu spät, was da vor sich ging, weil der Blick der Gegenwart nicht weit genug in die Zukunft reichte.

Die Menschen wurden von einer Diktaturwelle erwischt, der sie nicht mehr entkommen konnten.

Und sie suchten Halt in der Welle der Diktatur.

Aus journalistischer Schreibe entwickelte sich eine Diktatur-Schreibe.

Journalismus wurde Schritt für Schritt getötet, und somit die Demokratie. Und das Unfassbare: Journalismus mit seinen Lesern hat die Zeitung begleitet auf dem Weg in die Diktatur.

Geschichtliche Ereignisse kann man nicht rückgängig machen, aber man kann aus ihnen lernen.

Auch heute befinden wir uns wieder in einem Umbruchprozess des Journalismus.

Eine Internetwelle kommt auf uns zu; auf die wir noch nicht vorbereitet sind. Und wir wissen heute noch nicht wie das Internet uns Menschen verändert.

Die meisten Seiten, die angeklickt werden, widmen sich dem Thema Unterhaltung.

Wenn wir verantwortungsbewußt mit unseren Kindern und Kindeskindern umgehen wollen, dann müssen wir den Blick weit in die Zukunft richten und dürfen die Augen vor zukunftswichtigen Fragestellungen nicht verschließen:

  • Was passiert, wenn die Grundlage des Journalismus – die gedruckte Zeitung – verschwindet?
  • Was passiert, wenn immer weniger Menschen Journalismus wahrnehmen, erkennen und lesen?
  • Was passiert, wenn Orientierung verschwindet?
  • Schafft das Internet den Journalismus ab?
  • Wie verändert sich unser Kommunikationsverhalten? Unsere Interaktion. Unsere Sozialisation?
  • Stirbt Schreiben und Sprache ab?
  • Welche Staatsform entwickelt sich, wenn Menschen nur noch Unterhaltung wollen?

Mit diesem Projekt möchten wir ein Teil dazu beitragen, Europa in Verbindung mit Journalismus jungen Menschen nahe zu bringen.

Das Selbstbewusstsein Europas ist ein Geschenk, dass man nicht zufällig erhält.

Dafür müssen wir uns alle stark machen und wir können uns nur stark machen, wenn wir überzeugt sind von Europa.

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